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22. Mai 2015

Wenn der Körper Alarm schlägt

Schmerzsignale sollte man richtig verstehen

Letzte Woche habe ich Ihnen beschrieben, wie sich das alte, schulmedizinische Schmerzverständnis nach meiner Erfahrung auswirkt. Aber wie soll eine Alternative dazu aussehen?

Das neue Schmerzverständnis nach Liebscher & Bracht® besagt, dass Schmerz vor allem dann entsteht, wenn der Körper uns vor drohenden Schädigungen warnen und schützen will. Dieser sog. Alarmschmerz spricht zu uns und macht uns aufmerksam.

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Rückenschmerzen schützen die Wirbelsäule und die Bandscheiben.

Schulterschmerzen schützen die Strukturen, die u. a. unter dem Schulterdach liegen (Schleimbeutel, Rotatorenmanschette, etc.)

Kopfschmerzen und Migräne sind oft Reaktionen von überlasteten Faszien und Muskeln.

Hüftgelenksschmerzen geben oftmals einen Hinweis über drohenden Hüftgelenksverschleiß.

Knieschmerzen warnen vor Arthrose, Meniskusschäden und Überlastungen.

Eine Ischialgie oder ein sogenanntes Karpaltunnelsyndrom geben Hinweise auf muskulär-fasziale Engpässe.

Die Schmerzen bei einem Fersensporn sind oftmals ebenfalls muskulär-faszial bedingt.

Mit dem neuen Schmerzverständnis nach Liebscher & Bracht® versucht man, die Sprache des Körpers zu verstehen – den Alarmschmerz – und gibt dem Körper die muskuläre-fasziale Veränderung , die er benötigt, um nicht mehr warnen zu müssen.

Laut dem neuen Schmerzverständnis handelt es sich bei Schädigungen um Symptome, die entstanden sind, weil der Betroffene nicht früh genug auf die Sprache des Körpers – den Alarmschmerz – gehört hat.

Folgt man dem neuen Schmerzverständnis, ist es oft nicht nötig, Schädigungen, die man gefunden hat, zu beseitigen. Denn mitunter haben sie mit dem Schmerz nichts zu tun, da man ihn womöglich muskulär-faszial beseitigen kann .

Mit dem neuen Schmerzverständnis soll bewusst gemacht werden, dass der Betroffene seine Schmerzen eventuell selbst herbeigeführt hat, ohne es zu wissen.

Mit dem neuen Schmerzverständnis soll der Betroffene verstehen lernen, warum sein Körper Schmerzen erzeugt.

Mit dem neuen Schmerzverständnis soll der Betroffene konkret selbst handlungsfähig werden, indem er Handlungsanweisungen bekommt, die seine Schmerzen lindern oder verhindern sollen.

Das neue Schmerzverständnis geht davon aus, dass jeder selbst zu einem großen Teil dafür sorgen kann, auch mit zunehmendem Alter frei von Schmerzen und Gelenkverschleiß zu bleiben und seine volle Beweglichkeit zu erhalten.

Die Erkenntnis, auf das eigene Leben Einfluss nehmen zu können, ist für eine Heilung unglaublich wichtig. Deshalb sind die Erkenntnisse nach dem neuen Schmerzverständnis für Patienten oftmals ein Aha-Erlebnis.

Aus diesem Grund mache ich seit vielen Jahren gezielte Vorträge zu den Themen Schmerz, Schmerztherapie, Bewegungstherapie und Rückenschmerz.

Meine Erfahrung ist: Der Risikofaktor Nummer 1 für Rückenschmerzen ist „Angst vor Rückenschmerzen“ und der Risikofaktor Nummer 1 für „Chronische Schmerzen“ ist „Angst vor Bewegung“ .

Diese Erkenntnis hat mich bewogen, mit viel Aufwand fast jede Woche einen Vortrag darüber zu halten , damit die Leute besser aufgeklärt sind und ihre Ängste verlieren . Aufgrund der sehr positiven Vortragsrückmeldungen , merke ich, wie die Menschen erleichtert sind, weil sie zum Thema Schmerz und Bewegung eine andere positive Einstellung bekommen haben.

Wie sieht nun die Schmerztherapie nach dem neuen Schmerzverständnis in der Anwendung aus? Das erfahren Sie im nächsten Artikel nächste Woche.

Ihr Hubert Brüderlein

(Fotos: Adobe Stock © VRD / © pankajstock)
* Adobe Stock-Fotos und / oder -Grafiken zuvor lizenziert unter fotolia.com

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