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14. November 2014

Ich bin von Kopf bis Fuß auf Sitzen eingestellt ...

Durchblutung, Muskeln, Knochen – weitreichende Sitzfolgen!

Im letzten Artikel von Andrea Schorsch haben wir erfahren, dass zu langes Sitzen und Inaktivität sogar zu Krebs führen kann. In der Fortsetzung erläutert Andrea Schorsch, wie sich Sitzen auf die einzelnen Strukturen in unserem Körper auswirkt.

Von Andrea Schorsch

Gehirn:
Bewegt man sich, wird stets frisches Blut und damit Sauerstoff durchs Gehirn gepumpt. Außerdem werden stimmungsaufhellende und denkfördernde Botenstoffe freigesetzt . Bei langem Sitzen verlangsamt sich alles, auch die Hirnfunktion. Noch dazu werden Stresshormone gebildet.

Knochen:
Gehen und Laufen regt die Knochen von Hüfte und Beinen dazu an, Substanz aufzubauen, denn sie müssen die Last des Oberkörpers tragen. Beim Sitzen dagegen bleibt diese Stimulation aus. Osteoporose kann die Folge sein. Fazit: Körperliche Aktivität schützt vor Knochenschwund .

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Durchblutung:
Während beim Gehen der Wadenmuskel auf die Venen in die Beinen drückt und so das Blut von dort zurück zum Herz schickt, kann die Blutzirkulation bei mehrstündigem Sitzen ins Stocken geraten . Das Blut staut sich in den Beinen, die Fußgelenke schwellen an, die Venen werden übermäßig beansprucht. Bei entsprechender Veranlagung bilden sich Krampfadern. Ganz grundsätzlich jedoch – das weiß jeder, der lange Strecken fliegt – steigt das Thromboserisiko .

Nicht alle Auswirkungen des Dauersitzens sind dermaßen schädlich, es gibt noch andere, weniger dramatische. Doch auch sie sind folgenreich und mitunter schmerzhaft.

Wirbel:
Wirbel die man nicht bewegt, werden steif und können dann bei kleinen alltäglichen Aktivitäten schmerzen – etwa, wenn man sich die Schuhe zubindet. Wer sich bewegt, sorgt dafür, dass die Bandscheiben durch einen Wechsel von Druck und Entlastung immer wieder mit frischem Blut und neuen Nährstoffen versorgt werden. Beim langen Sitzen aber können sie ihre schwammartige Elastizität verlieren. Die Folge kann ein Bandscheibenvorfall sein. Ein solcher droht auch, wenn die Muskulatur, die die Wirbelsäule in Bewegung hält, verkürzt oder überstreckt ist.

Muskulatur:
Die Muskulatur dürfte sich bei den meisten Vielsitzern als erstes bemerkbar machen. Wer kennt ihn nicht, den völlig verspannten Nacken, verbunden mit einem allzu festen oberen Rücken? Hier wird die Muskulatur fehlbeansprucht. Sie sollte eigentlich ausbalancieren, muss also ständig nach vorn gebeugten Schultern und geneigten Kopf einiges tragen. Das führt zu einer Haltungsschwäche . Mit der Zeit flachen die Bandscheiben ab. Dann wird aus der Haltungsschwäche ein Haltungsschaden .

Was sich weniger bemerkbar macht, jedoch ebenso weitreichende Folgen hat: Auch Bauchmuskeln leiden unter dem Dauersitzen. Kein Wunder, fehlt ihnen doch eine Aufgabe, solange man sich vor dem Rechner fläzt. Erst beim aufrechten Sitzen werden sie aktiv, beim Stehen und Gehen sowieso. Feste Rückenmuskeln, wabbeliges „Sixpack” – auch das wirkt sich nachteilig auf die Wirbelsäule aus. Der größte Muskel des Körpers, der Gluteus maximus , auf Deutsch das Gesäß, erschlafft ebenfalls durch langes Sitzen. Das beeinträchtigt die Körperstabilität und kraftvolles Gehen.”

Lesen Sie im nächsten Blog das Fazit von Andrea Schorsch und Hubert Brüderlein aus diesen Erkenntnissen.

Ihr Hubert Brüderlein

(Fotos: fotolia/© ras-slava; lom123)

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