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12. Juli 2019

Ganzheitliche Betrachtung verhindert unnötiges Leiden

Nervenkompression kann mit Lokalinfiltration behoben werden

Liebe Leserinnen und Leser,

Monatelang Schmerzen an der linken Seite des Ellenbogens und keine Therapie half ... Was wie ein Tennisarm wirkte, war in Wirklichkeit eine Nervenkompression. Wie wurde der Patient schließlich therapiert?

Die Therapie erfolgte zunächst konservativ. Der Patient erhielt eine Lokalinfiltration an der schmerzempfindlichsten Stelle mit einer Kombination aus 0,5 ml Lidocain 1% und 0,5 ml Triamcinolonacetonid (10mg/ml).

Zur Injektion wurde eine Tuberkulinspritze mit einer 1 cm langen Nadel verwendet, um tropfenweise infiltrieren zu können. Die Infiltration erfolgte perineural, also um den Nerv herum. Während der Injektion darf es keinesfalls zu Parästhesien kommen.

Wichtig: wenige Minuten nach der Spritze, wird die Funktionsprüfung, in diesem Falle die Dorsalextension der Hand (mit Radialabduktion) gegen Widerstand wiederholt. Bei exakter Verabreichung der Injektion ist der Schmerz weg. So kann die erfolgreiche Arbeit (Injektion) noch einmal überprüft werden.

Verlauf: Bei einer Kontrolle nach drei Tagen war der Patient völlig schmerzfrei. Die nächtlichen Parästhesien waren ebenfalls verschwunden. Auch während der Funktionsuntersuchung waren die Beschwerden nicht mehr provozierbar.

Nachbetrachtung: Häufig rezidivieren die Beschwerden. In diesen Fällen wird eine weitere Infiltration verabreicht. Für einen gewissen Anteil von Patienten, die immer wieder rezidivieren, ist eine operative Neurolyse (Freilegung des Nervs) nötig.

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Meine persönliche Beobachtung: Lateraler Ellenbogenschmerz ist nicht automatisch ein Tennisarm. Wenn bei einem sogenannten Tennisarm keine dauerhafte Verbesserung erzielt wird und es immer wieder zu Rezidiven kommt, sind folgende Überlegungen anzustellen:

Ist eine Kompressionsneuropathie des Nervus radialis im Spiel? In welchem Zustand ist das Ellenbogengelenk (Art. Radiohumeralis)?

Sind die Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und das Schultergelenk in die Untersuchung mit einbezogen worden?

In welchem Zustand ist das Gewebe (Übersäuerung). Wie sind die ergonomischen Arbeitsbedingungen?

Ich selbst hatte Patienten mit Ellenbogenschmerzen (Diagnose vom Arzt – Tennisarm), die am Arbeitsplatz gemobbt worden sind. Trotz der Behandlung wurden die Beschwerden nicht besser. Erst als diese Menschen ein anderes Arbeitsumfeld mit neuen Kollegen/innen bekamen, gingen die Beschwerden weg.

Bei Rezidiven oder sogenannten Therapieversagern, sind solche ganzheitlichen Betrachtungsweisen unglaublich wichtig und notwendig.

Ihr Hubert Brüderlein

(Fotos: https://de.123rf.com/ © okrasyuk)

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