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12. April 2019

Schwäche beim Rückhandvolley und Anschnallen

Der interessante Fall einer Kollegin mit Armproblemen

Liebe Leserinnen und Leser,

Heute möchte ich von einem interessanten Fall einer Kollegin berichten. Diese Patientin war selbst Physiotherapeutin, spielte gern Tennis und war zum Zeitpunkt der Untersuchung 41 Jahre alt. Ihr Problem war die Schwäche der Armhebung.

Die Patientin bemerkte mi Juni 2017 erstmals eine Schwäche des rechten Armes. Das Heben von Haushaltsgegenständen ab fünf Kilogramm, das Angurten im Auto oder bestimmte Schläge beim Tennis, wie z. B. der hohe Rückhandvolley, verursachten Probleme, jedoch keinen Schmerz. Im Vordergrund stand nicht der Schmerz, sondern eindeutig die „Schwäche“.

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Bei der Inspektion war im Seitenvergleich eine Arthrophie im Bereich des Muskulus Infraspinatus und Muskulus Supraspinatus (Schultermuskeln) zu erkennen.

Bei der klinischen Untersuchung waren die Halswirbelsäule und der Schultergürtel ohne Befund. Bei aktiver und passiver Testung des Glenohumeralgelenkes (Schultergelenk) konnte kein positiver Test gefunden werden. Die Außenrotation gegen Widerstand war positiv. Die Kraft war abgeschwächt, jedoch ohne Schmerz.

Der Lag-sign-Test für den Muskulus Infraspinatus war positiv. Der Nervus Suprascapularis-Dehntest war negativ.

Die Palpation (Tasten) unmittelbar caudal (unterhalb) der Austrittsstelle (Lig. transversum scapulae inferius) war positiv.

Nun war die Arbeitsdiagnose: Verdacht auf Kompressionsneuropathie des Nervus Suprascapularis.

Eine mögliche Ruptur des Muskulus infraspinatus war noch auszuschließen. Jedoch sprach die Wahrscheinlichkeit für die Kompressionsneuropathie, weil die Schwäche im Vordergrund war, der Schmerz keine große Rolle spielte und die Palpation genau im Austrittsbereichs des Nervus Supraspinatus positiv war. Der Dehntest des Nervus Suprascapularis kann positiv, muss jedoch nicht positiv sein. Ein spannender Fall, der zur weiteren Abklärung eine Kernspin-Aufnahme erforderte. Welchen Befund sie brachte und wie die Patientin erfolgreich therapiert wurde, lesen Sie in der kommenden Woche.

Ihr Hubert Brüderlein

(Fotos: https://de.123rf.com/ © Goran Bogicevic, Kaspars Grinvalds)

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