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15. März 2019

Beim Kranke pflegen verhoben?

Rätselhafter Schmerzpatient sucht Jahre lang nach Linderung

Liebe Leserinnen und Leser,

Posttraumatischer, über zwei Jahre anhaltender Schulterschmerz bei einem 28jährigen Mann lehrte mich bereits am Anfang meines Berufslebens, das Thema Schmerzzeitpunkt in der Anamnese immer zu hinterfragen.

Dieses Patientenbeispiel war eine Lektion für mein Therapeutenleben. Ich war circa drei Jahre im Beruf und bekam diesen Patienten mit chronischen Schulterschmerzen in die physiotherapeutische Praxis. Dieser Patient, nennen wir ihn einfach Erich, hatte schon viele Ärzte und Therapeuten kontaktiert, jedoch ohne Erfolg. Nun war er bei mir und ich sollte ihm als Berufsanfänger helfen.

Erich, ein 28jähriger Krankenpfleger, verspürte im Dezember 1988 beim Heben eines Patienten plötzlich einen heftigen Schmerz in der linken Schulter mit Ausstrahlung bis in die Finger. Die Sensibilität im gesamten linken Arm war deutlich herabgesetzt.

Während die Sensibilitätsstörungen allmählich zurückgingen, blieben die Schmerzen unvermindert bestehen. Im März wurde die Diagnose „Muskelriss oder Muskelzerrung“ gestellt.

Seit April 1989 wurde Erich bei einem niedergelassenen Physiotherapeuten mit Fangopackung und Ultraschall behandelt, ohne dass sich die Beschwerden merklich lindern ließen. Er suchte noch weitere Therapeuten ohne Erfolg auf.

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Im November wurde Erich vom Hausarzt an einen Orthopäden überwiesen, der monatlich – übrigens ohne merklichen Erfolg – ein Lokalanästhetikum injizierte.

Im März 1990 konsultierte der Patient einen weiteren Orthopäden, da die Beweglichkeit der Schulter erheblich abgenommen und die Schmerzen sich verstärkt hatten. Nun erhielt der Patienten wegen dem Verdacht einer Kapselverklebung des Schultergelenks eine intraartikuläre Injektion. Innerhalb eines Vierteljahres wurde insgesamt dreimal ein Kortikoid verabreicht.

Die konventionelle Radiologie war im Übrigen negativ. Als ich Erich untersuchte, gab er seine Schmerzen v. a. im hinteren Schulterbereich (Höhe M. infrasspinatus) an. Die Schmerzen waren jedoch nicht konstant an dieser Stelle, sie konnten sich auch ab und zu im Bizepssehnenbereich bemerkbar machen. Wie sich Erichs Fall weiterentwickelte, lesen Sie im kommenden Blog.

Ihr Hubert Brüderlein

(Fotos: https://de.123rf.com/ © Tyler Olson / © Alexey Poprotsky)

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