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04. Juli 2014

Meniskusriss und Co.

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Was tun bei Knieverletzungen?

Das Kniegelenk ist komplex, flexibel und anfällig. Das Knie muss beim Gehen das 2,5- bis 3fache des Körpergewichtes tragen. Zweimal um die Erde tragen uns unsere Beine während des Lebens. Fehlstellungen wie O- und X-Beine , Bewegungsmangel und Einseitigkeit (z. B. im Beruf oder Sport), Fehlernährung und Übergewicht machen das Gelenk anfällig für Verletzungen und schnellen Verschleiß .

Das Kniegelenk ist so komplex aufgebaut wie kaum ein anderes Gelenk in unserem Körper. Die beiden Enden des Oberschenkelknochens, des Schienbeines und der Kniescheibe bilden zusammen die Gelenkfläche. Das Gelenk wir vervollständigt mit Bändern, Sehnen, Muskeln, Faszien, Menisken, Knorpel, Gelenkskapsel und Gelenksschmiere. Der Gelenksknorpel, der Innen- und Außenmeniskus und die Gelenksschmiere dämpfen zusätzlich die Stöße ab.

Die drei häufigsten Verletzungen im Kniegelenksbereich sind:

  1. Bänderrisse
  2. Meniskusschäden
  3. Knorpelverletzungen

Bänderrisse

Im Kniegelenk unterscheiden wir einmal das vordere und hintere Kreuzband und ein Innen- und Außenband .
Das Bein bleibt stehen, der Körper dreht weiter – ein Band reißt. Dies ist nicht nur ein Sportlerschicksal. In vielen Fällen ist in solchen Fällen das vordere Kreuzband isoliert oder mit anderen Begleitstrukturen (Meniskus/Knorpel) betroffen.
Heutzutage wird nicht mehr jedes Kreuzbandriss operativ versorgt. Es gibt Ausnahmen. Dies kann jedoch ein erfahrener Operateur am besten einschätzen. Solch eine Entscheidung ist immer von vielen Komponenten abhängig.
Meine persönliche Meinung: Sollte ich mich für eine OP entscheiden, dann würde ich mich nur von einem Kniespezialisten operieren lassen, der im Jahr eine hohe Fallzahl an Knie-OPs hat und der mir eine optimale Betreuung und Nachversorgung (Reha) gewährleisten kann.

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Meniskusschäden

Meniskusverletzungen kommen ab dem 50. Lebensjahr sehr häufig vor. Der Innenmeniskus ist rund 20 Mal häufiger von Verletzungen betroffen als der Außenmeniskus.
Meniskusschäden entstehen durch Verletzungen oder Verschleiß. Dabei sollte man jedoch beachten, dass ein auf dem Kernspin nachweisbarer Meniskuseinriss nicht unbedingt die Ursache von Kniebeschwerden sein muss. Im letzten Artikel (Physiotherapie und Abwarten statt Meniskus-Operation?) zitierte ich den Mediziner Jeffrey Katz, der nachweisen konnte, dass bei sogenannten Meniskusschäden das Abwarten bzw. die Physiotherapie genauso erfolgreich sein kann wie die schnelle Operation .
Meine persönliche Meinung: Eine Meniskus-OP macht Sinn, wenn diese durch eine klinisch gute Untersuchung im Vorfeld festgestellt worden ist. Sich nur auf bildgebende Verfahren zu verlassen, halte ich für oberflächlich.

Knorpelverletzungen

Ist die Knorpelverletzung zusammenhängend und großflächig über die Gelenksfläche verteilt, dann spricht man von einer Arthrose. Bei Knorpelverletzungen ist die Belastbarkeit des Gelenkes reduziert. Deshalb sind die Schmerzen oftmals belastungsabhängig. Anlaufschmerzen wie z.B. nach längerem Sitzen und dann Aufstehen gehören zu den typischen Symptomen von Arthrosepatienten. Was man vor einer Knie OP mit einem Gelenksersatz machen kann, habe ich bereits in den vorher gehenden Artikeln beschrieben.

Fazit: Es wird sehr viel Geld und Aufwand in der Knorpelforschung betrieben. Wir haben jedoch nicht nur einen Gelenksknorpel, wir brauchen auch eine gesunde Gelenksschmiere (Synovia) . Diese ist allerdings bisher recht wenig beachtet und erforscht.

Ihr Hubert Brüderlein

(Fotos: fotolia/© Marina Lohrbach; Alexandr Mitiuc)

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