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05. Februar 2016

Du fühlst, was du isst

Unsere tägliche Nahrung bestimmt unsere Stimmungen

Der Fall des Phineas Gage hat uns in den letzten beiden Blogbeiträgen gezeigt, dass sich Gefühl und Verstand nicht trennen lassen und eine gemeinsame anatomische Basis haben. Die Stimmung bzw. Gefühlslage kann aber nicht nur durch mechanische Auswirkungen auf das Gehirn beeinflusst werden. Medikamente, Drogen, Bewegung, Sport, Tabak oder Alkohol beeinflussen direkt die persönliche Gefühlslage, genauso übrigens wie normale Bestandteile der Nahrung.

Durch die in der Nahrung enthaltenen Stoffe werden bestimmte Areale im Gehirn und im Bauch beeinflusst. Je nach Art und Umfang der ausgeschütteten Substanzen können Zustände von Euphorie, Depression oder andere Gefühlszustände produziert werden.

Viele Nahrungsbestandteile haben eine psychoaktive Wirkung. Wenn Omega-3- Fettsäuren fehlen, können Depressionen die Folge sein. Die Omega-3-Fettsäuren haben einen Wohleffekt im Gehirn, weil sie den Spiegel der Botenstoffe Dopamin, Norepinephrin und Epinephrin erhöhen und das Glückshormon Serotonin aktivieren .

Bestimmte Fischarten, wie z.B. Makarele, Thunfisch oder Lachs enthalten viele Omega 3-Fettsäuren. Zur guten Laune der Fischesser trägt auch das Jod bei: In 100 Gramm Kabeljau etwa stecken über 100 Mikrogramm. Jod kurbelt die Hormonproduktion in der Schilddrüse an, die für Aktivität und Energie sorgt und somit auch zu einer guten Laune beiträgt.

Gut verarbeitetes Leinöl trägt durch sein optimales Verhältnis von Omega 3 blog Fettsäuren zu Omega 6 Fettsäuren ebenfalls positiv zu guten Gefühlen bei.

Generell kann industriell verarbeitete Nahrung aufs Gemüt schlagen. Die Psychologin Archana Singh-Manoux mit seinem Team fand folgendes heraus: Ihr Team beobachtete die Unterschiede beim Essverhalten von vollwertig zu industriell verarbeiteter Nahrung und die Folgen. Sie fand heraus, dass diejenigen am wenigsten unter Depressionen litten, die am häufigsten zu Obst, Gemüse und Fisch griffen.

Am stärksten vom „Unglück“ verfolgt wurde, wer sich v. a. von Weißmehl, süßen Desserts, frittierten Gerichten oder verarbeitetem Fleisch oder Wurst ernährte. Diese bewiesenen Nebenwirkungen von Nahrungsaufnahme führen die Wissenschaftler darauf zurück, dass das industriell verarbeitete Essen den Körper nicht mit den für das Glücklichsein notwendigen Nähr- und Wirkstoffen versorgt.

Im nächsten Blog lesen Sie, wie wichtig die richtige Ernährung für das Glücksgefühl junger Mütter ist.

Ihr Hubert Brüderlein

(Fotos: fotolia/© goa novi + Johanna Mühlbauer; Steve Young)

Wissenschaftliche Grundlagen unter anderem entnommen aus: "Die Neue Medizin der Emotionen" von David Servan-Schreiber.

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