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08. Januar 2016

Ich will keine Schokolade ... ich will lieber einen Mann!

Testosteron schützt Männer eher vor der süßen Sucht

Laut dem Neurobiologen Prof. Gerald Huether können die meisten Menschen die unterschiedlichen Effekte einzelner Speisen einschätzen und haben bereits als Kinder gelernt, welche Speisen, Nahrungs- und Genussmittel ihre Stimmung fördern und welche nicht. Dieses tiefe, unbewusste Wissen zeigt sich besonders bei schlechter Stimmung.

Diese meist unbewusste Reaktion auf schlechte Gefühle kompensieren viele Menschen in einem suchtartigen Essverhalten. Ein bestimmtes Essverhalten aktiviert das Glückshormon Serotonin. Dieses kompensatorische Essverhalten bei schlechter Stimmung ist bei vielen Menschen von einem hohen psychischen Abhängigkeitspotenzial begleitet .

Ein bekanntes Beispiel ist Schokolade. Frauen brauchen Schokolade. In einer Befragung gaben 76 Prozent der Frauen an, häufiger mal Schokolade oder andere Süßigkeiten zu „brauchen“. Bei Männern war interessanter Weise häufiger der Wunsch nach Fleisch, Eiern oder Wurst vorhanden. Der männliche Körper braucht mehr Eiweiß, weil er mehr Testosteron und eine größere Muskelmasse zu versorgen hat.

Die Liebe zu Kakaoerzeugnissen entspringt offenbar der weiblichen Körperchemie. Denn Frauen bilden nur halb so viel Serotonin im Gehirn wie Männer. Nach dem Eisprung sinkt der Serotoninspiegel weiter ab , was einen Energieabfall und wechselnde Stimmungen zur Folge hat. Für 50 Prozent aller Frauen sei laut einer Umfrage Schokolade sogar wichtiger als Sex.

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Schokolade essen ist wie Kokain schnupfen. Bei beiden Konsumenten ist in beiden Fällen die gleiche Hirnregion aktiv. Kein Wunder, dass die großen Nahrungsmittel-Konzerne auf der Suche nach jenen Stoffen sind, die das Glück verheißen und ganz legal käuflich sind. Sie sollen die Konsumenten dauerhaft – kritisch betrachtet suchthaft – an die Marke binden .

Das männliche Sexualhormon Testosteron prägt nicht nur die typische männliche Gehirnstruktur, sondern auch die Erregbarkeit, was erklären könnte, dass Frauen in aller Regel etwas mehr Zeit brauchen, um beim Sex auf Touren zu kommen.

Testosteron schärft auch die Sinne. Bei erhöhtem Spiegel ist man für Gerüche sensibler und auch empfänglicher für Berührungen. Wichtig: Der Testosteronspiegel ist durch Essen zu beeinflussen. Innerhalb von vier Tagen sinkt der Testspiegel beim Verzehr von nur sieben Gramm Lakritze um die Hälfte bei jungen Männern. Sex und Sport treiben den Testosteronspiegel wieder in die Höhe.

Ihr Hubert Brüderlein

(Fotos: fotolia/© alphaspirit; patronestaff)

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